Mo
22
Aug
2011
Je öfter ich in letzter Zeit Filme gucke, desto mehr muss ich mit Erschrecken feststellen, welch Propaganda dahinter steckt. Mit der Werbung hab ich mich längst abgefunden. Sollen doch Audi, BMW und sonstige die Filmemacher sponsern um ihr Supergefährt ins richtige Licht zu Rücken. Doch eine Sache, die ich nicht verstehen kann, ist wie viel Einfluss die US Army auf die Produktion von Filmen nimmt. Jüngste Beispiele: Captain America, wo der Titel ja schon alles sagen sollte und Transformers 3. Bei letzterem kann man nur sagen: Respekt US Army! Das war der beste Werbefilm den ihr je gemacht habt, noch vor Transformers2!
Für jedem dem es nicht aufgefallen sollte, oder der den Film nicht gesehen hat eine kurze Zusammenfassung: Superstarke technologisch und intellektuell überlegene Roboterwesen leben auf der Erde.
Da sind die Bösen, die die Menschheit versklaven wollen und kurz davor stehen und die Guten, die na ja, immer das Gegenteil von den Bösen wollen. Als die Decepticons (die Bösen) die Menschheit
annähernd unterworfen hat, jedes Land der Welt unter ihrer Kontrolle hat und überall stationiert sind, gibt es nur noch eine Macht, die die Welt retten kann, da die Autobots (die Guten) als tot
gelten: Die US Army.
Während sich also jedes Land der Erde unterwirft und die Menschheit der Sklaverei entgegen fiebert, macht sich eine Elitetruppe mit waghalsigen Manövern und einer gehörigen Portion Action auf
eigene Faust auf das Böse zu besiegen und den Menschen die Freiheit zu schenken. Es lebe der Amerikanische Traum. Nur leider tauchen dann diese dummen Autobots auf, machen viele der Gegner kaputt
und irgendwann ist die Menschheit dann in Sicherheit und jeder geneigte Kinobesucher und Filmfan weiß: Ohne die US Army wäre das alles nicht möglich gewesen und wir würden unser Leben in
Sklaverei verbringen. Schön, oder etwa nicht?
Falsch. Schlecht. Scheiße. Richtig primitiv und dumm, wenn man bedenkt, in welcher Situation Amerika sich befindet. Gerade eben konnten sie noch einmal ihre eigene Verfassung umgehen und sich vor
dem Staatsbankrott ein bisschen Zeit zu verschaffen und doch planen sie mit lustigen kleinen mehrstündigen Werbefilmchen ihre Armee zu vergrößern. Schließlich kann man wieder Kredite aufnehmen,
da ist sowas drin.
Also mal davon abgesehen, dass die Welt untätig zuschaut, wie Amerika immer wieder ihren Arsch rettet, ist es echt ein gelungenes Filmchen. Schließlich hat Amerika ja noch nie einen Krieg
verloren, den sie allein gekämpft haben. Korea und Irak zählen nicht, da haben ihre Verbündeten es schließlich verbockt.
Und zum Abschließenden Gelaber noch eine kleine Anekdote zum Schluss. Vor kurzem verkündete die Band Five Finger Death Punch auf irgendeiner Jubiläumsausgabe von Irgendeinem Magazin zu Ehren
irgendeines militärischen Anlasses das Cover zu schmücken und eine Person erhob sich und meinte doch eiskalt: Fuck Army oder so ähnlich. Mittlerweile ist der Kommentar gelöscht. Ob die Band, bzw
das Management nun die Meinungsfreiheit eingrenzte oder die entsprechende Person es auf Grund der unzähligen Drohungen es tat, ist mir dabei schleierhaft. Wie ich jetzt also schon erwähnte: Die
Person bekam unzählige Drohungen, Beleidigungen (die immer noch öffentlich einsehbar sind!) und sonstiges gegen den Kopf geworfen. Damit lässt sich nur sagen:
Die US Army, der Große Sponsor des Kinos, Wrestling oder Kampfsportarten hat ihren Job hervorragend getan. Viele Amerikaner sehen sich als Weltpolizei, denn wie im Film tut das Ausland
schließlich nichts, wenn Amerika die Welt rettet und wenn es was tut, verliert Amerika den Krieg. Ironie ist jetzt nur, dass Amerika auf das Ausland angewiesen ist und so zum Beispiel
zähneknirschend China über eine Billionen Dollar schuldet. (Das ist eine Zahl mit 12 Nullen nach einer 1 und geschätzt werden mindestens 1,7 Billionen Doller Schulden allein an China.) Damit
könnte man also mit Glück mal Deutschland schuldenfrei bekommen, Afrika mit Nahrung versorgen oder ein paar richtig gute Filme mit Inhalt produzieren.
Doch so lange ein so großer Teil des Amerikanischen Volkes sich allein auf der Erde fühlt und die Rüstungsindustrie weitere Milliarden verschluckt, wird das wohl nichts, wozu mir zum Abschluss
des heutigen Blogeintrags nur noch zu sagen bleibt:
Wo Millionen Dollar für Propagandafilme ausgegeben werden müssen, ist natürlich kein Platz für ein faires Bildungswesen oder eine funktionierende Gesundheits- und Umweltpolitik. Great Job!
SRiethausen